Zecken sind ein besonders
unangenehmes Mitbringsel von Streifzügen unsere Haustiere. Die
Spinnentiere übertragen Krankheiten, die für Mensch und Tier gefährlich
sind. Um Hund und Katze vor Zecken zu schützen, gibt es spezielle
Tropfen. Doch beim Gebrauch der Mittel ist höchste Vorsicht geboten.
Für Hunde vorgesehene Zeckenmittel können für Katzen tödlich sein,
warnt des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherh
eit (BVL). Innerhalb der vergangenen zwei Jahre wurden laut BVL 50
Katzen durch das ungeeignete Zeckenmittel vergiftet. Die Hälfte davon
starb. Wir sagen Ihnen, wie Sie Hund und Katze richtig vor den
Blutsaugern schützen.
Permethrin tötet
Katzen
Das
BVL warnt besonders vor so genannten Spot-on-Präparaten, die den
Wirkstoff Permethrin enthalten. Diese Mittel werden im Nackenbereich
aufgetragen und verteilen sich von selbst über den Körper des
Tieres. Katzen können Permethrin nicht vertragen. Wird eine Katze fälschlicherweise
damit behandelt, kommt es zu einer schweren Vergiftung. Typische
Symptome sind Zittern, starker Speichelfluss, Krämpfe, Atemnot,
Erbrechen, Durchfall und Fieber. Permethrinhaltige Präparate sind zum
Beispiel: Exspot, Advantix spot on für den Hund, Preventic Spot on
Permethrin und Fleetic spot on. "Auch Mittel, bei denen
Deltamethrin oder Flumethrin als Wirkstoffe angegeben sind, können
Katzen vergiften", warnt Professor Eberhard Schein, Tiermediziner
an der Freien Universität Berlin.
Fibronil hilft bei
Katzen und Hunden
Normalerweise weisen die Verpackungen der Mittel auf die Unverträglichkeit
bei Katzen hin. Doch die Präperate gibt es oft als Einzelampullen
beim Tierarzt oder in Apotheken, sodass die Warnhinweise dem
Tierhalter nicht vorliegen. In Haushalten mit Hunden und Katzen könne
es schnell zu Verwechslungen kommen, warnt das BVL. Um solche
Verwechslungen auszuschließen rät Professor Schein zu einem
Universalpräparat: "Dabei handelt es sich um ein spot-on-Mittel
das Fibronil enthält. Das wird von Hunden und Katzen gleichermaßen
gut vertragen. Zu kaufen gibt es das unter dem Namen Frontline".
Hunde stark gefährdet
"Katzen bekommen so gut wie keine durch Zecken übertragene
Krankheiten" sagt Tierarzt Schein. Zeckenmittel sind also für
Katzen vor allem dann sinnvoll, wenn die Gefahr besteht, das sie die
Blutsauger mit ins Haus schleppen. Anders sieht es bei Hunden aus. Die
können an der so genannten Hundemalaria oder auch Babesiose
erkranken. "Sie wird durch Auwald-Zecken übertragen, die sich
von Südeuropa aus inzwischen über ganz Deutschland ausgebreitet
haben", erklärt Schein.
Tödlicher Zeckenstich
Die Auwald-Zecke kann so genannte Babesien in sich tragen. Das sind
Einzeller, die in den Blutkreislauf des Hundes gelangen, sobald die
Zecke ihn sticht. Malaria heißt die Krankheit, weil die Symptome der
Malaria beim Menschen ähneln: "Die Parasiten zerstören die
roten Blutkörperchen, es kommt zu Fieber und der Urin des Hundes färbt
sich braun. Dann ist es höchste Zeit, zum Tierarzt zu gehen",
warnt der Schein. Unbehandelt sterben die Tiere etwa zehn Tage nach
dem Zeckenstich.
Keine Mittel gegen die
Krankheit
2006 erkrankten hierzulande 834 Hunde an der Babesiose, jeder zehnte
betroffene Hund starb daran. In Deutschland gibt es keine Medikamente
gegen die Hundemalaria zu kaufen. "Nur Kleintierkliniken haben
die Mittel vorrätig und auch die Tierärzte können diese von dort
bekommen. "Um jedoch keine Zeit zu verlieren bis das Mittel da
ist, sollte man besser schnell zum Tierarzt", warnt Schein.